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Ich habe es nie so ganz und gar versucht. Niemals so richtig wortwörtlich. Nur ein bisschen. Fffuuucckk…

Ich habe zu meinen Schülern im Unterricht zum Beispiel (bisher) nie gesagt: “Und dieser Schulteröffner, der soll sich jetzt verdammt nochmal verfi…t gut anfühlen.”

Wenn unsere internationalen, großen Lehrer sich ein Stell-Dich-ein auf der ein oder anderen Yogakonferenz in Deutschland geben, geraten Hunderte auf ihren Matten in fröhliche Ekstase, wenn da der ein oder andere David, Bryan, oder nennen wir ihn einfach James,“This should feel so damned fucking good” fröhlich in die Menge hinaus schreit.

Ich habe andere Sachen gesagt, bewusst versucht, authentisch zu sein, mich nicht zu verstellen, warum keine Umgangssprache im Yoga-Unterricht ?!

Warum “Arsch” sagen? Warum nicht! Sagen wir im Alltag doch auch manchmal. Wenn es passt. Aber nur dann. So ist das Leben. Auch das Yoga-Leben.

Aber als ich folgende gern geäußerten Ausdrücke der Yoga-Star-Gurus wortwörtlich übersetzt einfach mal in die Klasse hinein hauchte, hat mich niemand beklatscht. War ja auch nicht meine Intention. Aber vielleicht war ich auch einfach nur zu leise.

  • “There´s no need for your Ass to be tight in Cobra-Pose!“
  • “In Warrior 1 fuck your shoulders!”
  • “Ass high, Tits down!”
  • “This should feel like making love to your backmuscles. And this does not mean masturbating!”

Man muss das alles ja auch gar nicht wortwörtlich übersetzen. Yogis können auch anders, gerade im Alltag. Ob sie auch sollten? Eigene Entscheidung! Mit einer ganz persönlichen Intention dahinter. Hoffentlich.

Seit rund einem Jahr mache ich es deshalb folgendermaßen: Ich trage ich auf meiner Allzweckhandtasche einen dicken fetten roten Aufkleber – nicht zu übersehen, im Yogaunterricht wie bei offiziellen, manchmal eben auch vornehmen, Anlässen. Der Aufkleber sagt: “FICKEN SAGT MAN NICHT”.

“Also wirklich, was steht denn da auf Deiner Tasche?!” fragte also nicht nur meine Mutter mit leicht erhobenem Zeigefinger und sanft zuckenden Mundwinkeln. Meine Antwort: “Das ist Yoga!” Ja! Auch das ist Yoga. Manchmal. Und manchmal spreche ich im Unterricht das ein oder andere Wort nun eben englisch aus. Versteht jeder. Und das ist auch fuckin´gut so.

Silke „Sunny“ Bojahr (41) ist als Journalistin und Yogalehrerin (E.R.Y.T.) in ganz Deutschland unterwegs. Sie leitet Workshops und Retreats für jedermann (und Frau). Als freie Autorin, Fernsehredakteurin und Yogalehrerin lebt sie zumeist in Dortmund und Hamburg. Am Samstag, den 11. Dezember 2010 kommt Sunny das erste mal nach Chemnitz und gibt einen 2,5 stündigen Workshop. Bleibt nur zu sagen: Fucking good!!!

Internet:

www.sunnyoga.de
www.sunnymediapott.de

© Gastbeitrag von Sunny; Juni 2010

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