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9.08.2010

4 Tage Yoga mit Barbra Noh und Young Ho Kim

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„Eine Erfahrung mit SICH SELBST muß nicht immer todernst sein.“
Das sind die Einleitungsworte von Barbra Noh.

Ganz genau! Und weil es letztes Jahr eine Menge Spaß gab, bin ich auch dieses Jahr zum 4 Tage intensiv Retreat im Gut Schermau/Bayern wieder mit dabei. Zusammen mit Young Ho gibt es jedes Jahr eine kleine Yoga-Auszeit. Dieses Retreat hat schon einen gewissen Kultstatus. Sowohl Barbra als auch Yong Ho geben viele Workshops und haben so viele Fans; nicht nur bei Facebook. Im März (5 Monate vor Beginn des Retreats!!) habe ich mich angemeldet und einen der letzte Plätze bekommen. Paar Tage später war das Retreat „Ausgebucht!!“

Wie im wahren Leben, kommt es immer auf die richtige Mischung an. Barbra und Young Ho haben beide koreanisches Blut in ihren Adern und gehören zu den bekannten und geschätzten Yogalehrern in Deutschland.

Barbra lebt in München und unterrichtet hauptsächlich im schicken AirYoga. Sie ist in der Tradition des Anusara Yoga zu Hause. Vor ihrer „Yogakarriere“ hat sie professionell modernen Tanz studiert und geübt. Young Ho lebt in Frankfurt am Main und betreibt zusammen mit seinen Bruder Jang Ho Kim das angesagte Inside Yogastudio in Frankfurt. Young Ho hat bis vor 12 Jahren leistungsmäßig Taekwondo trainiert. Zwei ganz unterschiedliche Yoga-Persönlichkeiten versprechen absolut spannende Yogaeinheiten. Es ist wie im Hatha –Yoga, zwei Poole treffen auf einander und verschmelzen zur Einheit: Balance.

„Anusara Yoga macht einfache Positionen schwerer und schwere Positionen einfacher.“
Barbra Noh

Das ist ihre ganz persönliche Erfahrung und diese hat sie mit uns intensiv geteilt. Als Partnerübung kommen wir so selbst in der einfachen Berghaltung (Tadasana) zum Schwitzen. In der Berghaltung steht eigentlich nur mit beiden Füßen auf dem Boden und streckt die Arme nach oben. Bei uns zieht der Partner an den Beckenknochen so fest er kann in Richtung Boden. Wir ziehen das Steißbein nach innen, heben das Brustbein aber an und die Schultblätterspitzen schieben das Herz nach vorn, die Arme sind gestreckt bis in die Fingerspitzen, die Schulter sind aber weit weg von den Ohren. Das ist Tadasana. Alles andere ist nur gerade Stehen, ohne Spannung und ohne Ausrichtung. Wow! Das ist Yoga mit Barbra. Und tatsächlich, in dem Augeblick, wo der Partner die Beckenknochen loslässt, spüre ich noch mal mehr Aufrichtung. Wie ein kleiner Fahrstuhl zieht es mich nach oben.


Tadasana – Fahrstuhlasana als Partnerübung mit Barbra

Das ist ein Beispiel für eine einfache Asana, die mit den Prinzipien des Anusara Yoga am Anfang schwer wird. Nach einiger Praxis weiß der Körper wo es lang geht und Leichtigkeit ist (endlich) möglich. An diesem Wochenende üben wir mit Barbra viele Standhaltungen, Twists, Rückbeugen und natürlich auch den Handstand. Und wie uns Barbra am Anfang versprochen hat, werden schwere Asana durch Anusara Yoga viel leichter. Fast spielerisch stehen wir im Handstand und nutzen die Loops, minimale Bewegungen zum Beispiel in den Schultern oder im Becken, um Stabilität und Ausrichtung zu schaffen. Barbra erzählt uns, dass sie noch bis vor 5 Jahren eher wie eine „weich gekochte Spagetti“ Yoga geübt hat. Ihr Körper war wegen dem jahrelangen Tanzen überbeweglich. Sie hat damals Yoga geübt, ihre Schmerzen sind aber geblieben. Erst Anusara Yoga hat ihr Kraft und vor allem auch eine innere Stabilität geschenkt. KÖRPERSPANNUNG wird im Anusara Yoga GROSS geschrieben.

„Höre auf Deinen Körper. Er flüstert Dir zu!“
Young Ho

Von Young Ho habe ich bisher viel gehört und in verschiedenen Yoga-Zeitschriften gelesen. Persönlich „erlebt“ habe ich ihn vorher noch nicht. Desto mehr war ich gespannt, auf seine Stunden. Sie sollen etwas intensiv und unkonventionell sein. Er selbst bezeichnet sein Yoga als „Intensiv-Yoga“, es sei organisch, d.h. es verändert sich ständig.

Und so war es dann auch. Seine Stunden haben mir viel Neues gegeben. Neue Asana-Sequenzen und überhaupt eine neue Art, Yoga zu unterrichten. Es wurde viel gelacht und viel erzählt. Seine Stunden sind geprägt durch viele kleine persönliche Geschichten. Sein ganzes 34jähriges Leben fließt in die Stunden mit ein. Alles erinnert mich einwenig an Bryan Kest, den berühmten Power Yogi aus Santa Monica. So wie Bryan nutzt auch Young Ho das Wort „Schei** mehrfach in seinem Unterricht. Young Ho erzählt uns, dass er als kleines Kind am Fuße eines Berges, weit weg vom nächsten Dorf, in Korea gewohnt hat. Das Schlimmste für ihn als Kind, war der Tag wo Sickergrube mit „Schei**“ entleert wurde. Der Gestank war widerlich. Denn hat er sich aber gewundert, warum die Felder so reiche Ernte boten. Es war die selbe „Schei**“, die plötzlich Dünger wurde und so das Leben bereichert. Und genau dieses Prinzip können wir Menschen nutzen. Momente, wo es schwer ist im Leben, wo man denkt, es geht nicht mehr weiter, als Chance zu nutzen und daran zu wachsen. Yoga macht einen sensibel dahingehend und es ist war: „Man kann aus Schei** Dünger machen“.

An einem Nachmittag hatten wir das Thema „Changes“ (dt. Veränderung) auf unsere Yogafahne geschrieben. Aufhänger der Stunde war die Hymne von Michale Jackson „Man in the Mirrow“, der Mann im Spiegel. Es geht nicht darum die Welt zu verändern. Als erstes muss man beginnen, den Mann im Spiegel zu ändern, also sich selbst. Was folge, war wirklich speziell und für mich einmalig schön. Wir haben zwei Stunden einen Flow zu diesem Lied einstudiert. Ein Flow ist eine logische Sequenz von aneinander gereihten Asanas, die ähnlich wie im Sonnengruß fließend geübt werden. Young Ho hat diesen Flow selbst zusammengestellt und er passt zum Lied, wie die Faust auf’s Auge. Oh je, darf man so was  im Yoga sagen? Ja! Es war die Langversion, das Lied dauert genau 5 Minuten und 2 Sekunden. Wir fliegen förmlich von eine Position in die andere, wir machen drei Luftsprünge, schwitzen wie in der Sauna und haben extrem viel Freude.

Das ganze Wochenende im Gut Schermau war ein absolutes Erlebnis. Es ist kultig und viele Teilnehmer wollen auch nächstes Jahr wieder mitkommen, wenn es heißt: „Yoga mit Barbra Noh & Young Ho“.

Impressionen vom Wochenende

(Bitte auf das jeweilige Bild klicken)


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Autor: Silvio   ·   1 Kommentar   ·   Trackback

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