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1.09.2010

A – Ayurveda – Das Wissen vom Leben

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Ayurveda ist ein mehr als 5000 Jahre altes indisches Medizinsystem und bedeutet „Das Wissen vom Leben“ (ayur = Leben, veda = Wissen). Der Ayurveda beschäftigt sich mit dem Menschen als Ganzes („Körper, Geist und Selbst“) und ist damit eine ganzheitliche Methode zur Gesunderhaltung und Heilung.

Die Prinzipien des Ayurveda stehen in Verbindung mit den Veden und den indischen Wissenssystemen, den sechs Darsanas. Diese bilden den philosophischen Hintergrund des Ayurveda, besonders hervorzuheben sind dabei die Samkhya Philosophie und der Yoga. Die Grundlage der ayurvedischen Lehre bilden die fünf Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Alle Materie besteht nach ayurvedischem Verständnis aus diesen fünf Elementen, sowohl der Mensch als auch die ihn umgebende Welt. Im Menschen manifestieren sich die fünf Elemente als drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Vata besteht aus Luft und Raum, Pitta enthält das Feuerelement mit etwas Wasser und Kapha setzt sich aus Wasser und Erde zusammen.


© Ayurveda Massagen und Ernährungsberatung in Chemnitz

Man geht im Ayurveda davon aus, dass es den „normierten“ Menschen nicht gibt, sondern dass jeder bereits bei der Geburt seine individuelle Konstitution besitzt. Jeder von uns besteht aus allen drei Doshas, aber die Proportionen unterscheiden sich individuell. Bei den meisten Menschen ist eines der drei Doshas dominant.

Das Prinzip des Vata Dosha ist Bewegung. Die ihm zugeordneten Elemente sind Luft und Raum. Vata steuert das Nervensystem und reguliert Bewegungsprozesse, also den Kreislauf, die Atmung, die Bewegungen im Magen-Darm-Trakt, den Bewegungsapparat sowie die Ausscheidungsvorgänge. Auf psychisch-geistiger Ebene bewirkt Vata eine rasche Auffassungsgabe und geistige Beweglichkeit. Menschen mit einem hohen Vata-Konstitutionsanteil frieren leicht und neigen zu trockener Haut. Sie sind rasch für Neues zu begeistern, haben häufig aber auch eine innerliche Unruhe und neigen zu Unbeständigkeit. Vata-Menschen sind oft dünn, gesprächig, und haben eine ausgeprägte Gestik. Der Vata-Typ liebt Wärme und tendiert zu warmen und flüssigen bzw. feuchten Speisen.

Beim Pitta Dosha ist Umwandlung das Grundprinzip. Es enthält die Elemente Feuer und Wasser. So reguliert das Pitta alle „feurigen“ Prozesse im Körper: die Nahrungsaufspaltung, den Stoffwechsel und Energie- und Wärmebildung. Menschen mit hohem Pitta-Konstitutionsanteil haben ein starkes Agni (Verdauungsfeuer) und somit einen guten Stoffwechsel: Sie können nur schwer eine Mahlzeit auslassen, haben häufig übermäßigen Durst und lieben kalte Getränke. Oft sind sie intelligent und scharfsinnig, gute Redner und haben eine starke Ausstrahlung. Sie sind selbstbewusst und ehrgeizig, können viel leisten und vergleichen sich gern mit anderen. Sie neigen dazu, schnell mal aus der Haut zu fahren, beruhigen sich aber ebenso schnell wieder. Pitta-Menschen vertragen Sonnenlicht und Hitze nicht gut. Sie haben von Natur aus ein warmes Körperempfinden.

Das Kapha Dosha besteht aus den Elementen Wasser und Erde; das Grundprinzip ist die Trägheit. Es steht für Stabilität, das Nährende, Fürsorgliche, Mütterliche und erhält auf körperlicher Ebene alles Feste, wie Knochen, Zähne und Nägel. Menschen mit hohem Kapha-Anteil haben meist einen schweren Körperbau und große Stärke und Ausdauer. Sie agieren bedächtig, aber methodisch und organisiert und tüfteln gern Probleme aus. Sie sind der ruhende Pol, der Fels in der Brandung, auf den man sich verlassen kann. Ausgeglichen ist der Kapha-Typ ein Genießer. Er hat einen tiefen und langen Schlaf und liebt die Wärme. Er weiß die Annehmlichkeiten des Lebens zu schätzen, neigt aber auch zu Trägheit und durch seine langsame Verdauung zu Übergewicht.

Die eigene Konstitution kann nicht verändert werden. Jedoch ist deren Kenntnis hilfreich, um Krankheiten vorzubeugen und das eigene Verhalten und die Ernährung so auszurichten, dass die Doshas in ihrem individuell definierten Gleichgewicht bleiben: Im Ayurveda gilt das Gleichgewicht der drei Doshas als wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit. Verändern sich die Doshas hin zu einem Ungleichgewicht, treten Störungen auf und langfristig manifestieren sich Erkrankungen.

Verglichen mit der westlichen Medizin legt der Ayurveda mehr Wert auf die Harmonisierung des Lebenswandels eines Menschen und ist damit ein Lebensstil, der medizinische Erfolge auf einer langfristig angelegten Ebene erzielt. Das ayurvedische System ist also das Gegenteil von schneller Symptombehandlung. Bei der Behandlung durch Ayurveda stehen Änderungen im Ernährungsplan, Entgiftungsbehandlungen (Fasten, Aderlass, Einlauf, Abführen, Ayurveda Massage in Chemnitz), Kräuterzubereitungen sowie Yoga Asanas, Atemübungen und Meditation im Vordergrund.

Der Ayurveda betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit, um eine Krankheit bzw. das Problem um das es sich handelt zu diagnostizieren. Dazu werden seine Doshas, also Konstitutionsanteile, aber auch andere wichtige Aspekte wie z.B die Körpergewebe und Ausscheidungen herangezogen und analysiert. Die anschließende Behandlung zielt darauf hin, die Doshas wieder im individuellen Gleichgewicht einzupendeln, so dass Körper, Geist und Selbst wieder in Einklang gebracht werden.

Dieser Gastbeitrag wurde geschrieben von Maike Magnussen.
Maike unterrichtet
Vinyasa Yoga in Dresden.


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Autor: Maike Magnussen   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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