27.02.2011
Versteckte tierische Inhaltsstoffe
Wer sich dazu entschließt, sich nur noch vegetarisch zu ernähren, ist hoch motiviert, verbannt aus Kühlschrank und Kühltruhe Fleisch, Geflügel, Fisch und ähnliche Produkte, damit in Zukunft keine Tiere mehr für das eigene Essen leiden müssen. Allerdings gibt es viele Produkte, die versteckt tierische Stoffe enthalten oder mit ihrer Hilfe produziert wurden. Diese sind auf den ersten Blick häufig nicht als solche erkennbar.
Lab von jungen Kälbern
Fast alle Hart- und Schnittkäsearten werden unter Zunahme von Lab hergestellt. Lab ist ein Enzymgemisch, welches dem Labmagen von Kälbern entnommen wird. In der modernen Methode – vor allem im englischsprachigen Ausland – werden Kälber wenige Tage nach der Geburt geschlachtet und verwertet. Da Lab nicht als Lebensmittelzusatzstoff, sondern als Produktionshilfsstoff eingestuft wird, ist es nicht deklarationspflichtig. Zwar gibt es pflanzliche Labaustauschstoffe, diese sind in Deutschland jedoch verboten.
Gelatine in Desserts
Viele Menschen wissen bereits, dass in Gummibärchen Gelatine enthalten ist. Gelatine wird aus Häuten, Hufen und Knochen von Rindern, Schweinen, Geflügel oder Fischen gewonnen. Doch nicht nur in Gummibärchen, Weingummis, Lakritz oder Schokoküssen ist Gelatine vorhanden. Auch in Joghurt, Quark, Kefir, Fertigdesserts, in nicht naturtrüben Fruchtsäften, Wein oder Essig kann sie vorkommen oder für die Produktion genutzt werden. Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamine, werden häufig in wasserlöslichen Kapseln angeboten – auch hier kann Gelatine enthalten sein.
Schlachtfett im Brot
Auch wenn Brot auf den ersten Blick vegetarisch erscheint, lohnt es sich auch hier, genauer hinzugucken beziehungsweise nachzufragen. So werden in einigen Regionen Laugenbrezeln traditionell mit Schweineschmalz hergestellt. Anstatt rein pflanzlichen Fetten verwenden Bäcker zur Produktion von Broten Schlachtfette; auch zum Einfetten der Backbleche kann tierisches Fett zum Einsatz kommen. Veganer sollten vorsichtig sein und genau nachfragen, wenn der Bäcker versichert, dass zum Backen nur Margarine verwendet wird; hier ist häufig Molke enthalten.
Kein Verlass auf die Zutatenliste
Wer auf Nummer Sicher gehen will, liest sich genau die Zutatenliste durch. Allerdings gibt es einige Lücken im Gesetzt, so dass nicht jeder Inhaltsstoff aufgeführt sein muss. Generell muss nur angegeben werden, was in der Nahrung eine Aufgabe zu erfüllen hat – somit fallen Produktionshilfsstoffe, wie Lab bei der Herstellung von Käse oder Gelatine zur Klärung von Wein, unter den Tisch. Bei vielen Fertigprodukten mit zusammengesetzten Zutaten entfällt die Deklaration ebenfalls oft. Bei einem tief gefrorenen Kuchen mit einer dünnen Schicht Obst müssen zum Beispiel Konservierungsstoffe der Früchte nicht aufgeführt werden.
Bei kleinen Portionspackungen entfällt die Deklarationspflicht häufig ganz.

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Autor: Linda · Kommentieren · Trackback




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