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14.11.2008

Bliss out mit Bryan Kest auf Korfu. Juni 2008

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Bilder vom Power Yoga im Juni 2008

Power Yoga zu erleben und für sich zu entdecken, kann Dein Leben verändern. Aber ich behaupte mal, es gibt richtiges und falsches Power Yoga. Richtig und Falsch? Falsch im Sinne von missverstanden, weil wir ja im Yoga nicht werten sollen. Wie man es auch sieht, Power Yoga ist nicht gleich Power Yoga. Möchte man die wahre Seele des Power-Yoga berühren, so geht das nicht ohne Bryan Kest, dem Begründer dieser Yogarichtung aus dem sonnigen Santa Monica. Als kleiner unerzogener Junge, der schwer zu kontrollieren war, hat ihn sein Vater damals zum Yoga geschickt nach Hawaii und sein Lehrer war David Williams. David war einer der Ersten der Ashtanga Yoga – mit seiner körperlich fordernden Praxis – nach Amerika gebracht hat. Auch so kann ein Yogaweg beginnen. Heute gehört Bryan zu den Yoga-Pionieren des Westens und er ist ein Star. Ja, es gibt nicht nur Popstars – es gibt auch Yogastars mit ihrer weltweiten Fangemeinde. Im Yoga heißen die Fans nicht Fans – sondern Schüler und Schülerinnen und der Yogastar ist ein Guru – der seine Fans Schüler von der Dunkelheit ans Licht führt. Nur hat Bryan mit seinem Yoga augenscheinlich nicht den spirituellen Ansatz in erster Linie. Er macht das eben auf seine spezielle Art. Er singt kein Om oder andere indische Mantras, interpretiert die klassischen Texte ziemlich frei (dazu später), er schupst Schüler, die vermeintlich sicher in den Positionen stehen und er macht Witze. Er provoziert ganz einfach und bringt damit ganz viele Leute zum Yoga. Bryan ist aber ein zutiefst spiritueller Mensch. Yoga sollte immer zur Meditation führen, zu mehr Liebe und Achtsamkeit im Leben. Nur der Weg zum Ziel kann ganz verschieden sein. Bryan zeigt uns seinen Weg in einer Woche auf Korfu, einer super schönen griechischen Insel mit einem gewissen

Hippy-Touch.

Gehmeditation und Müllsammeln am Morgen

Unser Tag beginnt mit einer stillen Geh-Meditation am frühen Morgen. Früher Morgen heißt für uns Urlaubs-Yogis sieben Uhr; das geht noch. Andere Yoga-Retreats beginnen sechs Uhr oder noch früher. Bryan schwärmt von diesem wundervollen Platz, wo wir Yoga üben können. Die Insel hat eine einzigartige Schönheit und auch wir sollten unseren Beitrag leisten, dass die Schönheit erhalten bleibt. Deshalb sollte jeder von uns auf seiner täglichen Walkmeditation ein Stück herumliegenden Müll/Abfall sammeln und sachgerecht recyceln. Sechs Tage in der Woche bei 40 Teilnehmern ist viel Müll. Wow! Auch das macht Bryan. Es ist echt und nicht gespielt. Power Yoga ist sozusagen im klassischen Sinne Müll sammeln und recyceln. Früh sind wir dem materiellen Müll beschäftigt und in den Yogastunden kümmern wir uns um den geistigen Müll, der uns durch den Kopf geht. Den geistigen Müll – mental shit – trennen wir, in dem wir uns fokussieren und ausrichten. Power Yoga heißt, eine neue Beziehung zu seinem Körper zu finden. Es ist die Einheit von Körper und Geist, so wie Mann und Frau heiraten. OK, am Tag zwei wurde der Ausflug am Morgen ergänzt um zwei wichtige Dinge. Erstens, Yoga am Strand und zweitens: Ausziehen und ab ins Wasser. Wir lassen unsere Hüllen fallen, kühlen unseren Verstand ab und sind frei. Für mich ist es bereits das zweite Retreat mit Bryan. Vor drei Jahren waren wir in der Toskana und es war damals die erste Yogareise die die Mädels von der vishnuscouch, einem hippen Yogastudio aus Köln, organisiert haben. 2008 ist Korfu mit Bryan ausgebucht. Wir sind wieder international vertreten. Manche sind extra aus Amerika angereist, andere kommen aus der Schweiz, Zypern, Österreich und natürlich aus Deutschland.

Fat beautiful flow with 100 prozent muscles

Nach dem morgendlichen Ausflug wartet auf uns das Frühstück. Es gibt reichlich Gesundes; viel frisches Obst, griechischen Joghurt, Käse in verschiedenen Sorten, Brot, Cornflakes, Oliven, …einfach alles was das Herz begehrt. Die Kunst ist es auch hier, nicht zu viel zu Essen, denn das Schönste kommt erst noch: 3 Stunden Power Yoga. Und das mit vollem Magen geht gar nicht. Ich selbst kann mich bei der guten Kost kaum zurückhalten und mit dem ersten Sättigungsgefühl höre ich auf oder versuche es zumindest. Von Tag zu Tag gelingt es mir. Pünktlich 10 Uhr treffen wir uns im Yogaraum, einem großen Acht-Eckigen-Gebäude in Mitten einer Olivenbaum-Plantage. Sehr schön und sehr idyllisch gelegen. Zur einen Seite gibt es große Fenster und zumindest am Anfang der Stunde genießen wir ab und an (ganz kurz) zwischen den Asana-Sequenzen den Blick zum Meer. Spätestens nach einer Stunde bleibt uns der Blick verwehrt, weil die Scheiben angelaufen sind von der Hitze und der Feuchtigkeit die im Raum entstanden ist. Power Yoga bedeutet im Allgemeinen Extrem-Schwitzen. Bereits nach der ersten Stunden ist mir das bewusst geworden und ich kann mit gutem Gewissen sagen: ich hab schon lange nicht mehr so geschwitzt in einer Yogastunde. Nur diesmal ist die Matte so klitschig geworden, dass ich keinen festen Halt mehr gefunden habe und auch regelmäßig im Hund davon gerutscht bin. Nicht schön!! Genau zu diesem Zeitpunkt habe ich den Sinn der extra entwickelten Yogatücher verstanden, die man auf die Matte legt und die sich festsaugen kann, wie ein Gekko. Nikk mein Zimmernachbar aus Belgien mit amerikanischem Akzent hat zum Glück zwei mit und eines ist meine für die nächsten Tage. Yoga ist gerettet. Es gibt so viele Feinheiten Gemeinheiten im Power Yoga, wo man so schnell mit seinen körperlichen Grenzen konfrontiert wird. An einem Vormittag üben wir die Serie 10 – 10 Wiederholungen, 10 Atemzüge ich habe das Gefühl zu sterben. An einem anderen Tag üben wir Yoga an der Wand nach einem kurzen “fat beautiful flow with 100 prozent muscles”.

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Yoga an der Wand

Yoga an der Wand ist mir noch gut von Italien in Erinnerung geblieben. Fünf Übungen jeweils eine Minute halten, 10 Sekunden Zeit, um von einer Übung in die andere zu wechseln und das ganze “nur” fünf mal. Wir laufen rückwärts die Wand hoch und stehen eine Minute im halben Handstand. Halber Handstand heißt: Hände am Boden und Beine 90 Grand an der Wand…Bryan motiviert uns: “Suck the air deeper to the buttom” Ähhh, ich kann nicht mehr, ich will auch nicht mehr. Hier beginnt Power Yoga nun zu wirken, es ist die Konfrontation mit unserem Geist. Oder yogisch gesagt, mit dem chittavrittis, den Bewegungen unseres Geistes. Bryan macht es nicht so kompliziert und bezeichnet es einfach mit “the daily same shit”…Hmm, das begreift jeder. Bryan sei dank! Nach dem Handstand an der Wand kommt noch eine intensive Rückbeuge, eine Vorbeuge und ganz gemein: wir sitzen auf einem imaginären Stuhl mit dem Rücken an der Wand und atmen immer tiefer. So vergeht eine Runde nach der nächsten. Zwischenzeitlich keimt Hoffnung für uns auf. Bryan fragt, wie viel Runden wir weghaben? Geschlossen antworten wir “treeeeee” und dann kommt aus der Ecke eine weibliche Stimme: “No, it was just the second”. Wieder nix. Wir machen noch drei Runden und das Ziel – die Erlösung aus der Qual – rückt näher. Nach 2 ½ Stunden Yogapraxis gehen wir über in eine 30 minütige Meditation. Der Atem wird ruhiger, “the mind will be quiet”, ich spüre jeden einzelnen Schweißtropfen der sich – wie in der Sauna – seinen Weg sucht. Es entsteht ein innerliches Lächeln und alle sind glücklich. Bryan beendet die Stunde mit “Namaste’ and another day – another downward dog!” Jeeep! So kenne ich das! Nach dem Yoga lüften wir unsere Matten und legen sie in die Sonne, damit sie in nur fünf Stunden – zur abendlichen Session – wieder trocken sind. Na ja, abends lassen wir es ruhiger angehen und üben Yoga “long, deep and slow”. Es geht tiefer, weniger Kraft – mehr Loslassen! Au ja, das tut gut und weh. Auaaaa! Zwischen den Yogaeinheiten bleibt uns Zeit, zum Strand zu gehen, ins glasklare Wasser zu springen und in der Sonne abzuchillen.

Karma-Pluspunkte für Bryan!!

Und das Rahmenprogramm was uns die Couchies aus Köln bieten, lässt keine Wünsche offen. An einem Tag entdecken wir die Stadt Korfu und haben viel Zeit, die wir ganz unterschiedlich nutzen. David und seine Freundin Franzies aus den Staaten wollen unbedingt in das archeolgische Museum der Stadt und haben Bryan im Schlepptau. Na ja, wir folgen mal und lassen uns überraschen. Nach 30 Minuten Kultur knurrt uns doch der Magen mehr und mehr und wir steuern das nächste Restaurant an. Die Favoriten sind griechischer Salat, Cappuccino und das super süße Baklava. Wow, Bryan verschwindet kurz nach dem Essen und zahlt für uns alle die Rechnung. Thank you, Bryan! Zwischendurch schlendern die Organisatoren Nicole und Amy vorbei präsentieren uns ihre Errungenschaften von der Shoppingtour. Oupps, nur noch zwei Stunden bis zur Abfahrt. Von den Einkäufen der beiden motiviert, trennt sich die Gruppe und alle schwirren aus. Shopping ist angesagt. Wir treffen uns alle halb sieben am alten Hafen und es geht mit dem Bus zurück nach Alexis Zorbas. Unsere Woche hat den Focus natürlich auf Yoga, ganz speziell Power Yoga mit Bryan. Am letzten Tag gibt uns Werner, ein Reiseteilnehmer, einen Insidertipp, denn er war schon mehrmals hier. Wir wandern am Freitag nach dem Frühstück zur Butterfly-Bay, der Schmetterlingsbucht – die nur zu Fuß zu erreichen ist. 90 Minuten hin und 90 Minuten zurück und jeder Meter hat sich gelohnt. Die Butterfly-Bay könnte auch Last Paradise heißen, so schön ist es. Wir haben die Bucht fast für uns allein, ein Schiff hat angelegt, das Wasser ist türkiesblau und warm. Es ist so genial. Wir stürzen uns in die Fluten und schwimmen ca. 200 Meter zu gegenüberliegenden Holzplattform und tanken einmal kräftig Sonne und dann geht es zurück. Die Location ist perfect und meine Frage an Bryan, ob er ein paar Übungen – Handstand or like this – für die Kamera machen kann, bleibt nicht lange unbeantwortet. “On the Rock?”, fragt Bryan. “Yes, why not!” und zack, Foto ist in the Box. Daniela, die unsere Fotosession mit Bryan aus sicherer Entfernung begutachtete, meinte auf dem Rückweg nur: “…Bryan, der arme Kerl macht alles mit! Irgendwie tut er mir leid!”. Na ja, so schlimm war es ja nicht. Die Fotos sind geil und Bryan hat in seinem Yoga-Guru-Leben schon so viele Karma-Pluspunkte gesammelt, … das ist gar kein Thema. “Just breath a little!!!”

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Nach diesen unbeschreiblichen Eindrücken geht es zurück nach Alexis Zorbas. Und es wartet eine Runde LSD auf uns mit Bryan. Long, Slow and Deep. Die absolute Spezialserie von Bryan. Auf die hat er uns eine Woche vorbereitet. Alles bisherigen Yogastunden dienten nur dazu, diese 2 ½ Stunden durchzustehen, sich durch alle Höhen und Tiefer der Einheit durchzuatmen und ganz wichtig: nicht die Matte vor dem Ende zusammenzurollen und den Raum zu verlassen. Dieser Hinweis muss wirklich sein! Ein normaler Mensch hält das nicht durch. Wir sind Yogis und Yogibeginner und erleben eine neue Dimension in unserer Yogapraxis. Wir üben eine Serie von einfachen Positionen, wo jede einzelne bis zu 2 Minuten gehalten wird. Zwei Minuten können sehr lang werden! Unsere Atemfrequenz sinkt auf drei Atemzüge in der Minute. Und das ist wirklich wenig, wenn man bedenkt, dass ein normaler Mensch ca. 12 mal Luft zieht in der Minute. Wir sind wirklich angekommen im Moment und sind “quiet”. Ich liebe die Sequenz. Ich liebe Yoga mit Bryan. Die Stunde ist vorbei. Niemand hat den Raum vorher verlassen. Und alle sind glücklich! Bryan am Ende der Stunde: “Great job, everybody! Namaste’”

Sein Lieblingswort “fuck or fucking” lässt uns tief im Herzen spüren: “Whats an amazing fucking simple yoga. Simple, but not easy. That’s what the doctor ordered!”

We made it! Thank you, so much Bryan!!!!

Impressionen vom Retreat mit Bryan

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Autor: Silvio   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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