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16.04.2009

Yoga am Agonda Beach Goa/Indien.

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Hier nun mein Reisebericht aus dem Jahr 2007

Eines vorab. Es sind persönliche Eindrücke einer Yoga-Goa-Reise. Jeder Mensch ist anders. Jeder hat andere Ansprüche. Was für den einen super schön ist, kann für den anderen abstoßend sein und umgekehrt. Das ist nun MEIN Reisebericht. Viel Spaß beim Lesen!

Malta oder Goa?

Januar 2007 in Deutschland. Die letzten Wochen war Frühling angesagt. Temperaturen um die 19 Grad, Vögel zwitschern und die ersten Knospen sprießen. Von Winter weiterhin keine Spur. Eigentlich wollte ich für zwei Wochen dem Winter entfliehen mit meinen zwei Wochen Goa. Kurz vor unserem Reisebeginn zieht ein Orkan über Europa hinweg und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Zahlreiche Flüge fallen aus. Zwei Tage nach dem Unwetter sitzen wir im Condor Flieger auf dem Münchner Flughafen haben uns angeschnallt und warten darauf – abzuheben. Für 900 Euro fliegen wir mit dem Charterflieger in nur 8 Stunden nach Goa. Ohne Zwischenlandung, ohne 15 (!!) Stunden Aufenthalt in Mumbai/Indien. Welch ein Luxus. Die Insassen sehen gar nicht aus wie die typischen Goa “Urlauber”. Ich habe eher den Eindruck mit einer Gruppe von Senioren zur Mantelblüte nach Malta zu fliegen, als nach Indien. Da darf natürlich auch die Bild-Zeitung an Board nicht fehlen. Die titelt: “Fliegt uns die Erde um die Ohren?” Ohjee, das schlechte Gewissen ist wieder da…


BILD Dir Deine Meinung. Klimakatastrophe

Acht Stunden später sind wir in Dabolim gelandet und weitere 30 Minuten später ist mein Gepäck weg. Zwei Sekunden Unaufmerksamkeit und weg war es. Prima. Bilderbuchstart für Indien. Ich glaube ein Taxifahrer hat meinen kleinen Koffer ins falsche Auto eingeladen. Es folgten Diskussionen mit der Polizei, dem Flughafenpersonal und verschiedenen Taxifahrern, die immer nur am “Nicken” und “Kopfschütteln” waren… Eine Stunde später kann ich meinen Koffer im Flughafengebäude abholen, wie auch immer es dazu gekommen ist.

Welcome India! Ich bin da! 75 Kilometer bis zum Agonda Beach und wenige Augenblicke später beziehen wir unsere “Box mit Meerblick” unsere Hütten auf Stelzen, den Sonnenuntergang vor der Haustür und direkt am Strand. Das heißt für uns 24 Stunden Meeresrauschen. Klingt romantisch. Ist es aber nicht. Nachts habe ich das Gefühl, die Wellen sind unmittelbar unter meiner Hütte. Die Gedanken an einen “Zunami” lasse ich ganz schnell weiterziehen. Das habe ich im Yoga gelernt! Und beim nächsten Wellenkracher ist der “Zunami” wieder im Kopf.

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Romance Hut. Fast fertig. Der “Elektriker” bei der Arbeit ;-)

Yoga an der Quelle des Yoga

Das war das Motto der Reise. Und es sollte genau so werden, nur anders wie gedacht… Eingeladen nach Indien zu kommen hat Claudia, eine Yogalehrerin aus der Schweiz. Die Idee, Yoga by Donation. Jeder kann Yoga mitmachen und gibt was es ihm wert ist.

Unser Yoga beginnt täglich um 6:45 Uhr. Es ist noch dunkel. Langsam und etwas unsicher steige ich die Stufen von meiner Box mit Mehrblick herunter, rolle meine Matte aus. Drei mal “Om” und los geht’s. Drei Runden pranayama und sanfte Dehnungen zum Ankommen auf der Matte. Was dann folgt nennt Claudia “Vinyasa Flow”, es sind Übungssequenzen angelehnt am Astanga-Yoga und mit einer persönlichen Note versetzt. Claudia leitet uns mit Ihrer sanften Stimme durch die Asana und motiviert uns für die Vinyasas zwischendrin. Persönlich habe ich mit dem reinen Ashtanga-Yoga, nach meinem Yogaretreat mit David Swenson im Norden von Goa vor zwei Jahren, abgeschlossen! “Einatmen, aufwärtsgerichtet, Ausatmen in den abwärtsgerichteter Hund, Einatmen und streckt das rechte Bein nach oben und schwingt es vor – zwischen die Hände…” Irgendwann entschließe ich mich, die Vinyasa wegzulassen und sieha da,…es geht auch so!. Nach sechs Tagen 2,5 Stunden Yoga am Morgen entscheide ich mich für das Ausschlafen oder rudere mit dem Kajak aufs Meer hinaus. Dort erlebe ich den Sonnenaufgang über Indien und beobachte die Delfine, die immer und immer wieder auftauchen. Ich bin völlig entspannt im Hier und Jetzt!

Dem Zufall sei Dank, bekamen wir Yoga noch von einer indischen Quelle. Ein indischen Guru sollte uns die nächsten Tage leiten und lehren. Den Lehrer haben wir in der ersten Woche zum Sonnenuntergang kennengelernt, als er gerade selbst praktizierte. Mit dabei war Rahul, sein persönlicher Schüler. Wie wir später erfahren, lernt Rahul seit über zwei Jahren die Geheimnisse des Yoga, ist 28 Jahre alt und Brahmane. Ein Brahmane ist im indischen Kastensystem ein Angehöriger der obersten Kaste. Der Platz ist perfekt. Am Ende des Strandes ist totale Ruhe. Riesen große Steine – aufgeheizt von der Sonne, dahinter der Sonnenuntergang. Am Himmel kreisen zahlreichen Weißkopfseeadler. Good energy – für die Yogapraxis. Der indische Guru hat ab diesem Zeitpunkt drei Schüler mehr. Uns!

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Walter steckt den Kopf in den Sand bzw. ins Wasser

Unser Sunset Yoga ist sensationell. Pranayama nimmt die meiste Zeit ein. Wir starten natürlich mit Om. Fünf mal. Om – ist das erste pranayama, weil auch hier der Atem beeinflusst wird. Alle anderen Atemtechniken üben wir jeweils fünf Minuten, dann eine kurze Pause und nochmals fünf Minuten. Alles aber eher soft und kontrolliert. Bhastrika, anuloma-viloma, kapalabhati, und danach udiyana bandha, zur Verteilung der Energie im Körper. Und Brahmari üben wir auch. Wie das geht? Mit den Fingern Augen und Ohren zuhalten und wie es in den alten Yogaschriften heißt, den Ton einer männlichen Bienen summen. Muss mir nur noch jemanden den Ton einer männlichen Biene zeigen… na ja, auf jeden Fall summt es im Kopf ganz schön. Die Wirkung unser Yogasessionen ist jedesmal durchschlagend! Mein ganzer Körper vibriert und manchmal muss ich eher abbrechen, weil es mir sonst wieder die Sicherungen durchschießt


Atmen bis zum Abheben

Was ich auch merke, dass die Inder mit dem Thema Yoga ganz anders umgehen wie wir Westler. Oft puschen wir zuviel im Yoga, setzten uns zusätzlich unter Erfolgs- (oder Leistungs-) druck, obwohl gerade Yoga uns das Leben erleichtern soll. Wie ich das meine? Der Guru sagt zu uns am letzten Abend: “…Only in bhastrika you have to close your eyes! In kapalabhati you are allowed to open your eyes sometimes while watching TV; anuloma viloma is a good exercise also!”.

Impressionen Galerie

(Bitte auf das Bild klicken)


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Autor: Silvio   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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