23.04.2009
Verletzungsgefahr beim Yoga durch falschen Ehrgeiz
Die Stern-Online Ausgabe hat ein sehr wichtiges Thema aufgegriffen: Verletzungsgefahren und gesundheitliche Schäden durch Yoga.

Quelle Foto: YogaSolara.com – direkt zum Stern-Artikel
Typische Fehler sind beispielsweise:
- Auf professionelle Anleitung verzichten
- Sich selbst überschätzen
- Vorerkrankungen oder körperliche Beeinträchtigungen verschweigen
- Falscher Ehrgeiz
- Unregelmäßig üben, und dann zu viel auf einmal wollen
- Die Schlussentspannung auslassen
- Ungeduld
- …
Yoga ist bekannt für seine positiven körperlichen und mentalen Einflüsse. Wer Yoga richtig übt, wird sich freier und ausgeglichener fühlen. Das ist kein Geheimnis mehr. In der Hatha-Pradipika steht schon im ersten Kapitel folgender Vers:
“Asanas machen stark,
befreien von Krankheiten und
machen Glieder geschmeidig.”
Doch das gilt nur, wenn man Yoga richtig übt. Heute gibt es die Tendenz, dass Yoga immer körperlicher unterrichtet wird. Yoga wird überall angeboten. Im Fitness-Studio wird Yoga gleich neben den Spinnig-Geräten geübt. Es gibt auch Yoga bei 37 Grad Raumtemperatur u.v.m.
Was ich schon immer nervig finde, ist die Bezeichnung „Yogatrainer“. Es gibt Fitnesstrainer, aber keine Yogatrainer. Yoga ist eine Lehre – eine indische Lehre bzw. ein Philosophiesystem und kein Training. Im Yoga geht es nicht um Ehrgeiz, bestimmte Dinge erreichen und schaffen zu wollen. Nein, es geht vielmehr um Leichtigkeit, Achtsamkeit und um Akzeptanz unserer Grenzen. Körperlich und geistig.
In meinen Kursen sage ich immer: Wer Yoga achtsam übt, seine Grenzen kennt und diese auch beachtet, für den gibt es keine Verletzungsgefahr durch Yoga. Es ist die Aufgabe von uns Yogalehrern, unsere Teilnehmer dafür zu sensibilisieren. Asana ist in erster Linie gesehen Technik. Wenn man weiß, wie der Körper aufgebaut ist (neudeutsch: Biomechanik), sind auch anspruchsvolle Positionen wie zum Beispiel der Kopfstand oder auch der Handstand mit Hilfestellung gut möglich.
Lange Rede, kurzer Sinn: hier geht’s zum Stern-Artikel:
- http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Verletzungen-Yoga-Trendsport-Nebenwirkungen/657483.html (Stern Artikel)
Viel Spaß beim Lesen und beim Beachten
Dieses Bild liebe ich!

Quelle Bild: unbekannt
Auch so geht’s. Fit bis ins hohe Alter bei regelmäßigen Üben
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Autor: Silvio · 10 Kommentare · Trackback



10 Kommentare | Eigenen Kommentar schreiben
Hallo Silvio, auf meinen Reisen und Workshops habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe Yogis getroffen, die durch eine falsche Praxis (zum Beispiel eine falsche Sprungtechnik im Ashtanga-Yoga) sich die Knie kaputt gemacht haben. Auch das gibt es.
Danke für den Artikel.
P.S. Die Oma gefällt mir auch sehr gut.
LG Marie
wo find ich den artikel?? bitte um link. ich glaub ich bin opfer
)
http://www.yogabasics.de/blog/62/verletzungsgefahr-beim-yoga-durch-falschen-ehrgeiz/
in dem guten Stern-Artikel steht, dass ein Kopfstand als Anfänger falsch wäre. Genau das habe ich als Anfänger ständig versucht
Übrigens ist diese Yoga-Position tatsächlich fortgeschrittenen Yogis vorbehalten…allerdings auch wie im Omi-Bild mit einem unerlaubten Yoga-Hilfsmittel…
@Marie
Ja mit Ashtanga Yoga habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht. Technik ist hier absolute Grundvorausetzungen und wenn manche Leute so sieht, wie sie sich abmühen, das Gesicht in den Positionen verziehen und dann versuchen zu springen…AUA!! Ich denke auch, das manchen viel zu viel wollen und sich dann schädigen. danke für Deinen Kommentar
@Mario
Hallo Mario, schön von Dir zu hören und Danke für das Bild.Das Bild kenne ich auch… Yogis am Baum hängend??!!
Es gibt einen schönen Artikel über den Kopfstand als PDF: http://www.yoga-info.de/pdf/VIVEKA_Mythos_Kopfstand.pdf
Kopfstand kann man machen, wenn man weiss, was zu beachten ist. Und wenn Kopfstand dann nur kurz, um ein Gefühl zu bekommen. Auch Kopfstand an der Wand kann ein Verletzungsrisiko haben. Wichtig ist, Ringe abmachen. Es soll leute geben, die haben sich beim abrollen schon die Finger gebrochen. AUA!
Hast Du mein Angebot über die Toskana per Mail erhalten?
Alles Liebe und bis bald
Hab noch etwas zum Thema “Verbiegen”
http://www.youtube.com/watch?v=KObX0Vpu720&feature=related
Hallo Silvio, auf der Seite ashtangayoga.info habe ich folgende Zeilen gefunden, die das thema auch aufgreift:
Ashtanga Yoga wird oft als spöttisch ein Training genannt, das Dein Leben verändern kann, wenn Du es überlebst. Gerade Anfänger vergessen oft, dass das Ziel von Yoga die Erkenntnis seines wahren selbst ist und nicht den Fuß hinter den Kopf zu bekommen. In diesem Missverständnis gefangen riskieren sie Verletzungen. Der Körper wird mit der Zeit flexibler und kräftiger werden. Langsam wird man auch die wahren Früchte des Ashtanga Yoga kosten. Diese liegen jenseits von dem was Worte beschreiben können. Geistiges Wohlbefinden, Selbsterkenntnis und energetisches Erwachen sind höchstens ein paar schwache Versuche ihren Geschmack zu beschreiben.
GLG Marie
Oftmals vergessen die Leute ja auch, dass es beim Yoga überhaupt nicht darum geht sich spektakulär zu verbiegen und überfordern damit ihren eignen Körper. Dabei sollte es doch gerade darum gehen, die eignen Grenzen zu erspüren.
“Eigene Grenzen erspüren”, lernen diese zu akzeptieren ohne sie durchbrechen zu wollen und dann mit ihnen zu arbeiten und sich auseinanderzusetzen. Dann können wir Wachsen und können unser Leben sinnvoll gestalten. Wir als Trainer haben da gut zu tun…
Einen schönen Blog hast Du und viele Informationen über yoga. Wollen wir uns Verlinken in der Blogroll?
Hallo,
der Begriff ‘Lehrer’ ist in Deutschland eigentlich geschützt. Jemand, der sich Lehrer nennt, muss eine Lehrer-Ausbildung nachweisen, sei es durch ein Studium oder andere, gleichwertige Fachlehrer-Ausbildung. So sollte es auch bleiben.
Noch ein Wort zu Biomechanik: unser Bewegungsapparat hat Grenzen, die durch so manche Yoga-Übungen, wie z.B. Kobra, Brücke, Kopfstand etc., überschritten werden. Manches erinnert schon an den Schlangentanz im Zirkuszelt – soll das etwa gesund sein? Kein Wunder also, dass immer wieder Verletzungen passieren, es liegt ja ganz in der Natur der (Yoga-) Dinge… .
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