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5.04.2009

Zwei Wege, eine Shakti. Kundalini und Anusara Yoga Workshop

Ein Reisebericht vom 3. bis 5. April 2009

„Es ist nicht entscheidend die Unterschiede in den Yogastilen zu suchen, sondern vielmehr die Gemeinsamkeiten” John Friend, Begründer der Anusara Yoga Methode


Bilder vom Anusara Yoga Workshop 2009
Barbra mit AC DC Yoga Shirt & Athanasios

Und genau diese vielversprechende Mischung von zwei scheinbar völlig unterschiedlichen Yogarichtungen – Anusara Yoga nach John Friend und Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan – lassen uns die Reise antreten in das schöne Seminarzentrum „Gut Schermau” in der Nähe von Dingolfingen/Bayern. Unsere Gastgeber für dieses verlängerte Wochenende sind Barbra Noh und Athanasios, zwei Yogalehrer aus München.

Barbra  ist gebürtige Australierin mit koreanischem Einschlag und hat ihre Wurzel im Tanz. Sie ist für mich eine „Vollblut” Anusara Yogalehrerin. Barbra kenne ich schon. Atanasios noch nicht. In der Vorstellrunde am ersten Abend beschreibt er, wie er in Barcelona vom Yogavirus (spezielle Form: Kundalinivirus [muss ganz schlimm sein]) befallen wurde und nun bereits seit über 10 Jahren diese Yogaform regelmäßig praktiziert und auch unterrichtet. Zwei junge Yogalehrer der modernen Yoga-Generation. Atanasios ohne langen Bart, ohne Turban und Schafsfellmatte wie das oft bei den Kundaliniyogis üblich ist. Barbra ist fit, sowohl in den jahrtausende alten Techniken des Hatha Yoga als auch in den modernste Erfahrungen der Biomechanik des Menschen. Genau so mag ich das Yoga. Traditionell und doch für uns „westlichen” Menschen abgestimmt.

Beide Yogarichtungen entstammen der Tantra-Philosophie. Tantra ist lebensbejahend. Im Tantra würde es heute heißen: „Yes, we can” oder noch besser „Yes, we have” Alles ist bereits da und wir müssen es nur nutzen. Wir sind keine Menschen die Spiritualität suchen, nein wir sind bereits spirituelle Wesen die Menschlichkeit suchen. Die Shakti zu erwecken, das ist das große Ziel beider Richtungen. Shakti steht für die Schöpfungskraft unsere Kreativität die in Form einer ruhenden zusammengerollten Schlange an der Basis unserer Wirbelsäule ruht. Nur wie sie geweckt werden soll ist unterschiedlich.

Im Kundalini-Yoga, beschreibt uns Barbara anschaulicht, wird die noch schlafende Kraft durch „Klopf Klopf” (klopf dabei hart auf den Boden) geweckt. Im Hatha Yoga ist es viel sensibler und feiner. Die ganze Hatha Yogapraxis ist eher ein leises schauen, den Vorhang gefühlvoll herüberziehen und beobachten, ein sich Zeit lassen und geschehen lassen. Wir üben beides, „Klopf Klopf” aber auch Hatha Yoga. 3 Stunden vor dem Frühstück von 6:00 bis 9:00 Uhr, anschließend ab 11:00 Uhr bis zum späten Mittag 14:30 Uhr und dann geht’s weiter ab 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr und wem es noch nicht reicht, der kann ab 20:30 Uhr noch eine RAMA DAS SA -Healing Meditation aus dem Kundalini Yoga mitmachen. All die Praxis für eine Shakti. Das ganze Wochenende ist eine einzige große Erfahrung und wir schauen weit über den alltäglichen Yogatellerrand hinaus.


Sehr cool ;-)

Wir sprechen vor der körperlichen Übungspraxis über die fünf Prinzipien des Anusara Yoga und nutzen die Theorie für die Übungen. Anusara Yoga hat als erstes Prinzip Anlightment – die Ausrichtung. Hier geht es hauptsächlich darum, Körperspannung aufzubauen und die Energie in der Mitte des Körpers zu bündeln und aufsteigen zu lassen.  Dieses Prinzip haben viele Yogarichtungen, aber im Anusarayoga nutzen wir beispielsweise die Innenrotation (Innere Spirale) der Oberschenkel und das Schambein geht leicht nach innen (äußere Spirale). Diese Stabilität nutzen wir in den asana, schaffen so Länge und Mulhabandha stellt sich automatisch ein. Unsere Muskeln „hucks” – umarmen – unsere Knochen und aus Kraft dieser Vorstellung schöpfen wir noch mehr Potenzial für unsere Praxis. Wie vieles im Yoga muss man das einfach selbst erleben. Theoretisch lässt sich das nur schwer in die Praxis umsetzen. Und deshalb sind wir alle hier und genießen die Zeit.

„Jeder Teil unseres Körpers der sich bewegen lässt, möchte bewegt werden.” beschwört uns Barbra in ihren Stunden.


Nahe am Lehrer sitzen…

Wir bewegen jeden einzelnen Zeh, ziehen unsere Arme aus den Schultern heraus, um sie anschließend wieder fester zu verankern und zu strecken. Und ganz wichtig, wir bewegen auch unsere Lachmuskeln. „Muskuläre Energie” das ist die andere Zauberformel um Anusara Yoga. Jedes Körperteil zu bewegen, dass haben wir bereits gelernt in der Theorie. Nun aber heißt es: Action. Die Theorie umzusetzen in die Praxis. Unsere Muskeln bewusst einzusetzen, macht den ganzen Körper – jede einzelne Zelle – lebendig.

„Muskuläre Energie” hören wir mehrmals an diesem Wochenende und es geht in Fleisch und Blut über. Im Yoga würden man vielleicht eher sagen, es geht durch unsere Nadis und wird gespeichert im Solar Plexus ;-) Und warum all die fordernde Yogapraxis, fragen wir Barbra?

„Yoga hilft mir, die beste Version von Barbra zu sein.” Es geht darum, unser eigens Potenzial zu erkennen und ausdehnen zu lassen. Yoga ist Veränderung. Sie bringt das Bild einer Raupe, die erst kämpfen muss, um den Kokon zu verlassen und dann als Schmetterling sich frei zu entfalten.

Wenn Barbra auf eine einsame Insel gehen müsste, verrät sie uns, würden sie die drei asana mitnehmen: Uttanasana (Vorbeuge im Stehen), ardho mukhasvanasana (Herabschauende Hundhaltung) und Bhujangasana (die Kobra). Und weil diese Haltungen für sie so wichtig sind, gibt es hier viel Detailarbeit in den Yogastunden.

Einen wesentlichen Teil unserer Übungszeit nimmt die Kundalini Praxis mit Athanasios ein. Morgens machen wir bestimmte Sets (Sequenzen aus dem Kundaliniyoga) zur Aktivierung und singen anschließend Mantras. Es entsteht eine sehr friedliche Atmosphäre und wir tauchen ein in eine ganze neue Yogapraxis. Nachmittags geht es dann mehr zur Sache. Bestimmte Übungen werden 3 Minuten und länger gehalten und der innere Schweinhunde „klopf” ständig an und sagt: Warum tust Du Dir das an. Leider klopf zu diesem Zeitpunkt immer noch der Schweinhund an und nicht meine Shakti in Form einer langsam aufgeweckten Schlange. Yoga braucht Zeit und Geduld. Kein Muss. Es sind viele kleine Feinheiten, was wir hier lernen. Zum Beispiel drehen wir uns beim Spinal Twist mit der Einatmung nach links und mit der Ausatmung nach rechts. Einatmen links wo das Herz schlägt, schaffen so Weite im Herzraum und wir öffnen uns.

Wir alle sind begeistert von diesem intensiven Yogawochenende und von der Vielfalt der Übungen auch im Kundalini Yoga. „Open to Grace” – ein weiteres Prinzip aus dem Anusara Yoga gelingt uns allen in diesen dreieinhalb Tagen. Zwischen den Yogaeinheiten bleibt uns Zeit, um in der Sonne lecker vegetarisch zu essen und uns auf die Snakeline zu trauen.


Snakeliner

„Sat Nam”

Dieses Mantra ist das am meisten gebrauchte Mantra in der Kundalini Yoga Praxis. „Sat” heißt übersetzt: Wahrheit (die Realität der eigenen Existenz). „Nam” steht für: Identität.

Ein persönliches Fazit dieser Tage: Es war genial. Nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei. Vielen Dank für die schöne Zeit, Barbra und Athanasios.

Interessante Links

 

Impressionen vom Workshop

(Bitte auf das jeweilige Bild klicken)

 

 

 

 

strich

Linktausch 

Kaviar aussen

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Autor: Silvio   ·   6 Kommentare

25.12.2008

Yoga – Körper und Seele im Einklang

Vor ein paar Jahren habe ich Barbra Noh auf einen Yoga-Workshop kennengelernt. Sie ist, ähnlich wie ich, von verschiedenen Yoga-Richtungen geprägt und hat Ihre Wurzeln im Anusara Yoga mit John Friend. Rund 70 Asanas werden im Band Yoga – Körper und Seele im Einklang vorgestellt und mit detaillierten Bewegungsabläufen beschrieben… So ist das Buch Allen zu empfehlen, die bereits Erfahrungen im Yoga haben und diese Vertiefen wollen.

Broschiert: 127 Seiten
Erscheinungsdatum: Juni 2006
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 383540119X

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Autor: Silvio   ·   1 Kommentar